Japansalon-Blog
Fr
14
Jan
2011
2011 - Das Jahr des Hasen
2011 ist das Jahr der Hasens 兎.
Beginnt in China das neue Jahr erst am 3. Februar, hat der Hase in Japan seit dem Neujahrstag den Tiger bereits abgelöst. Der Hase - 2011 dem Element Metall 金 zugehörig - gilt als
sanftmütig und zugleich zielstrebig. In Japan erwartet man ein daher ein friedliches Jahr mit einem Boost für die Wirtschaft.
Zusammen mit dem Buddhismus kam der chinesische Sternzeichenkalender Mitte des 6. Jahrhunderts nach Japan. Offiziell wurde er im Jahre 604 übernommen. In Japan wird der Zodiac-Kalender Kanshi 干支 genannt und die 12 Tiere des Tierkreises sind als die Juni Shi 十二 支 bekannt. Die Zodiacs waren vor allem in der Edo-Zeit (1600 - 1868) populär. Jedes der 12 Tiere wurde mit einem der acht buddhistischen Schutzgottheiten verbunden. Viele Tempel und Schreine verkaufen auch heute schützende Amulette (Omamori お守り), Wunschtäfelchen (Ema 絵馬) oder Schnitzfiguren ihrer buddhistischen Zodiac Gottheit. In Japan wurde der Mondkalender im Jahr 1872 zugunsten des Sonnensystems (gregorianischen Kalenders) aufgegeben, aber für wichtige Festivals und Feierlichkeiten wird er weiterhin genutzt.
An Neujahr und an den Tagen danach pilgert so mancher Japaner (über 75 % der Bevölkerung) an einen oder an mehrere Tempel und Schreine, um für Schutz und Glück für das kommende Jahr zu
bitten.
Der "Hatsumode" 初詣 genannte Brauch wird immer beleibter und die bekannten Schreine wie der Meiji Schrein in Tokio oder der Toshogu Schrein in Nikko ziehen jährlich Millionen von Besuchern
an. Das alte, im vorherigen Jahr erworbene Glücksamulett wird an der Pilgerstätte abgegeben. Es wird dort in einer Zeremonie verbrannt, um alles Unreine und Negative, das ihm anhaftet,
auszulöschen.
Ein neues Amulett, gerne ein Pfeil 矢, muss erworbenen werden. Zusammen mit den Geldspenden (vor dem Gebet) gilt der Verkauf von Glücksbringern als wichtigste Einnahmequelle der religiösen
Stätten.
In jeden Fall ist 2011 das Jahr für alle, die im Zeichen des Hasens geboren sind:
1927, 1939, 1951, 1963, 1975, 1987, 1999, 2011
Auf einem Omikuji おみくじ (jap. Orakel) findet sich folgende Charakterisierung des japanischen Hasens:
Freundlich und aufgeschlossen, bevorzugt
der Hase die Gesellschaft anderer. Er vermeidet Konflikte, nimmt Rücksicht auf seine Mitmenschen und
glaubt fest an Freunde und Familie. Der
Hase ist scheu und vermeidet Wettbewerbssituationen. Er ist eher konservativ und geht selten Risiken ein. Der
Hase ist anspruchsvoll, hat gute Manieren und ist stilvoll. Er interessiert sich für kulturelle Fragen und für andere Kulturen. Dennoch fühlt sich der Hase am wohlsten zu Hause, das immer sauber und gut organisiert
ist. Manchmal fehlt es dem Hasen an Selbstwertgefühl und durch seine konservative Einstellung verpasst er so
manche Chance.
Viel Glück 大吉 für alle Hasen und deren Freunde, die restlichen 11 Zodiacs.
Mo
22
Nov
2010
Weihnachten in Japan
Weihnachten wird auch in Japan gefeiert!
Ein Tipp in Yokohama
Ein absolutes Highlight ist der "Singing X´mas Tree" in der Queens Square Mall.
Diesjähriges Thema: "Hoffnung auf eine gute Zukunft".
Show Time täglich: 7:30~、18:30~、19:30~、20:30~、21:30~、22:00~, Dauer 10 Minuten
"Tokyo Midtown"
Mit dem Ziel, Freude in die Herzen aller Besucher zu bringen (Orginaltext Midtown) zeigt Tokyo Midtown in dieser Saison eine Reihe von verschiedenen festlichen Lichtern, darunter eine spektakuläre
Beleuchtung namens 'Starlight Garden'. Auf 2.000 qm Rasen sind mehr als 250.000 blaue LEDs installiert um ein Bild des Weltraums nachzustellen: Es beginnt mit dem
Erscheinen einer Sternschnuppe, die zu einer Supernova im Zentrum der Milchstraße führt. Aus dem resultierenden Gas und Nebel entsteht eine neue Galaxie. Täglich nach Einbruch der Dunkelheit.
Hello Kitty X´mas in Tama Center
Sapporo White X´mas & German X´mas Market
Mi
06
Okt
2010
Wald, Wolken und Berge
Ausstellung WATARI-UM, Tokyo
Der Architekt Sou Fujimoto macht sich Gedanken über Tokios Zukunft.
Gebäude ohne Grenzen, Räume ohne Trennung von Innen und Außen, außergewöhnlich und geheimnisvolle Kompositionen aus transparenten Materialen stehen im Mittelpunkt der Einzelausstellung von Sou Fujimoto.
In der Ausstellung gelingt ihm dies nicht ganz. Ein Überblick über seine bereits umgesetzten Projekte anhand einer Videoaufzeichnung im 4. Stock des Museums beeindruckt aber dennoch.
Fr
01
Okt
2010
Setouchi International Art Festival
100 Tage Kunst- und Seeabenteuer
Um es gleich vorne weg zu nehmen - ein Besuch der Setouchi Inseln lohnt sich auch nach dem Kunstfestival, das am 31. Oktober 2010 zu Ende geht.
7 der etwa 27 Inseln des japanischen Seto-Binnenmeers laden den Besucher ganzjährig zu einer Entdeckungsreise japanischer und internationaler zeitgenössischer Kunst und traditionellen japanischen Lifestyles ein. Die stille See, schöne Sandstrände mit grünen Kiefern, Reisterrassen und klassische Architektur vermitteln ein Bild des „alten Japans“ - in Kombination mit moderner Kunst ein gelungener Kontrast oder doch Symbiose? Jahrelang wurden die Inseln industriell genutzt, in den 60er und 70er Jahren wurden viele Umweltsünden begangen, nach Schließung der meisten Anlagen schwand auch die Bevölkerung. Heute wohnen nur noch wenige alte Menschen auf den Inseln. Sie leben vom Fischfang, Reisanbau und letztens auch vom Tourismus. Die Kunstaktionen sollen das Leben auf den Inseln revitalisieren und den Bevölkerungsschwund dämmen.
Naoshima, die Kerninsel, ist bereits international als "Wallfahrtsort" für zeitgenössische Kunst bekannt. Zu den Attraktionen gehören das Art House Project, das Benesse House Museum und das Kunstmuseum Chichu. Das neue spektakuläre Lee Ufan Museum - von Tadao Ando entworfen - Skulpturen von Yayoi Kusama und das japanische öffentliche Badehaus „I love Yu“ von Shinro Otake/Graf sind nur einige Highlights der Insel. Eine Übernachtung im Benesse Kunsthotel, ein Lunch im Einsiedlercafé Nakaoku und ein Besuch des Badehauses können sehr empfohlen werden. Fahrräder sind vielerorts zu mieten.
Hohe Steinmauern, genannt „ote“ schützen die Häuser auf der kleinen Insel Ogijima vor starken Stürmen und noch bis ins 21. Jh. hinein vor Piraten. Jaume Plensas „Cultural Exchange Center“ setzt einen progressiven Akzent auf die Fähranlegestelle am Hafen. Eine Wanderung durch die engen Gassen der hügeligen Insel versetzt in eine andere Zeit: Lauert da nicht ein Pirat um die Ecke der hohen Steinmauer? Neben vielen temporären Ausstellungen in alten Wohn-und Lagerhäusern lohnt sich eine Einkehr in die Onba-Factory, wo individuell gestaltete Geh-und Transportwägelchen für die betagten Ogi Insulaner anfertigt werden.
Das integrierte Café bietet einen tollen Inselblick und eine leckere Zitronenlimonade. Im Dream Café läßt es sich auch gut rasten, im angeschlossenen, vom Ground Zero inspirierten Kunstprojekt von Takeshi Kawashima kann man interaktiv seine eigene Friedensbotschaft künstlerisch verewigen. Wer über Nacht bleiben will, sei ein kleiner, lokaler Tempel empfohlen: Übernachtung für 1.500 Yen (TEL: 087-840-9612).
Seit 2006 beherbergt die ehemalige Grundschule von Megijima den Galerienkomlex Fukutake House mit Exponaten aus verschiedenen nationalen und internationalen Galerien. Projekte wie das Kunstcafé mit Installation von Leonardo Erlich oder das Gartenhaus der Kunstakademie Aichi werden auch in Zukunft Besucher auf die Insel locken. Im Sommer laden saubere Strände und etliche Pensionen zu einem Badeaufenthalt ein. Die „Dämonenhöhle“auf der Inselmitte wirkt befremdlich, aber gerade deshalb ist ihr Besuch ein „Muss“. Der Ausblick vom Aussichtsturm nahe der Höhle kompensiert die Strapazen des Aufstiegs und die Ratlosigkeit angesichts der Dämonen.
Shodoshima ist bekannt für seine spektakuläre Landschaft. Inmitten von Reisfeldern, in einem der „hundert schönsten Dörfer“ Japans betten sich die Strohskulpturen der Mushashino Kunstakademie oder das „House of Shodoshima“ des taiwanesischen Künstlers Wang Wen-Chih natürlich in die bezaubernde Landschaft. Ein Besuch einer der heißen Quellen der Insel oder eine Pilgerwanderung lassen sich gut mit dem Kunsterlebnis vereinbaren. Die Auswahl an Unterkünften ist hier sehr zahlreich. Aufgrund der größeren Entfernungen reist man am besten per Bus duch die Insel.
Die Transformation der für ihren terrassenförmigen Reisanbau bekannten Insel Teshima zu einer „Bühne für zeitgenössische Kunst“ (Zitat Benesse House) schreitet voran. Im Herbst 2010 wird das Teshima Art Museum eröffnet. Das tropfenfömige Bauwerk von Architektin Ryue Nishizawa und Künstlerin Rei Naito soll Architektur, Kunst und Umwelt vereinen.
Im Museum "Les Archives du Coeur" hat Christian Boltanski ein Archiv für Aufnahmen der Herzschläge von Menschen auf der ganzen Welt geschaffen. In der nahen Zukunft sollen Projekte der Künstler Pipilotti Rist, Sosuke Fujimote und Haruyuki Uchida u.a. das Kunstspektrum auf der Inseln vervielfältigen. Traditionelle Architektur, jungelartige Wälder und interessante Gastronomie wie das coole Café „Was Du liebst, bringt Dich auch zum Weinen“ des deutschen Künstlers Tobias Rehberger machen einen Streifzug über die Insel zu einer Attraktion. Fahrräder sind jeweils an den beiden Fähranlegestellen zu mieten.
Die Insel Oshima widmet sich seit Jahren der Rekonvaleszenz und Rehabilitierung der von der Hansen-Krankheit betroffenen Bewohner. Ein „Kunst für das Krankenhaus“ Projekt in einem ehemaligen Sanatorium soll auf die langjährige Diskriminierung der auf die Insel verbannten Lebrakranken aufmerksam machen. Workshops im Kulturzentrum „Tsunagari no Ie“ (Haus der Verbindung) für Fotografie, Keramik und Poesie sollen eine dauerhafte Verbindung mit der Gesellschaft fördern. Besichtigt werden kann ein ehemaliger Schlafsaal, eine Gedenkstätte sowie das Monument „Kaze no Mai“ (Tanz der Winde). Das Café Shioru - geöffnet an Wochenenden und Feiertagen - serviert hausgemachte Süßigkeiten auf Keramik gefertigt aus lokalen Ton. Alle Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß erreichbar.
Auf der kleinen Insel Inujima (wegen ihrer Form „Hundeinsel“ genannt) gelingt dem 2008 eröffneten Seirensho, eine ehemaligen Kupfer-Raffinerie, eine einzigartiges Kunst-Raum Verschmelzung durch die Zusammenarbeit von Architekt Hiroshi Sanbuichi und Künstler Yukinori Yanagi. Das Inujima Art House Projekt hat sich die Revitalisierung des Dorfes durch die Schaffung neuer Perspektiven zum Ziel gesetzt. Das industrielle Erbe soll in recycelter (Kunst)-Form neue Lebensräume auf der Insel entwicklen und als Modellbeispiel für die Wiederbelebung vereinsamter Regionen dienen. Die vier Häuser wurden speziell für dieses Projekt von der Architektin Kazuyo Sejima erstellt. Jedes der Art Häuser enthält eine Installation von Yukinori Yanagi. In der stylischen Unterkunft Shiman (Seaman) lässt sich das „Inselgefühl“ für eine Nacht lang gut vertiefen (Tel. 086-947-0200).Die Erkundung der Insel zu Fuß ist zu empfehlen.
Bei der Anreise lohnt ein Abstecher zum Ritsurin Garten in Takamatsu http://www.pref.kagawa.jp/ritsurin/index_e.html, oder ein Besuch des Isamu Noguchi Garden Museums http://www.isamunoguchi.or.jp/gamen/e_home.htm